So findet man den richtigen Steuerberater

24. Juli 2018

Gründer

Das Steuergesetz ist sehr komplex und Aufgaben wie Lohnabrechnungen, fällige Fristen und Jahresabschlüsse bedeuten für Start-ups einen enormen Aufwand. Um Fehler zu vermeiden sowie Zeit und Kosten zu sparen, lohnt sich gleich zu Beginn ein vertrauenswürdiger Partner. Doch wie kann man den richtigen Steuerberater finden?

Der Steuerberater hat Einblick in die wichtigsten Geschäftsprozesse und Zahlen. Darum ist ein gutes Vertrauensverhältnis die Basis der Zusammenarbeit. Die gute Nachricht vorab: Steuerberater ist eine geschützte Berufsbezeichnung und unterliegt damit auch gesetzlichen Vorschriften wie der Verschwiegenheitspflicht. Start-ups müssen sich also keine Sorgen machen, dass der Steuerberater interne Informationen weitergibt und können offen und ehrlich mit ihrem Steuerberater sprechen – das ist auch die Grundvoraussetzung für eine gute Beratung seitens der Kanzlei.

Persönliche Empfehlung vor Google-Ranking

Für die Wahl des richtigen Steuerberaters sollte man vor der Google-Suche erst mal im Bekanntenkreis und bei Freunden nachfragen, welchen Dienstleister sie nutzen und wie zufrieden sie sind. Denn persönliche Erfahrungen und Empfehlungen sind meist die beste Wahl. Start-ups können auch bei anderen Gründern nachfragen, welchem Steuerberater sie vertrauen. Denn Branchenkenntnisse des Steuerberaters können ein klarer Vorteil sein.

Wird man über persönliche Empfehlungen nicht fündig, kann man beispielsweise auch den Steuerberater-Suchdienst von Datev nutzen. Gründer können hier nach Steuerberatern im Umkreis suchen und bereits die Arbeitsgebiete sowie Branchenkenntnisse abfragen. Expertise in der jeweiligen Branche – insbesondere in den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie – ist definitiv von Vorteil.

Erstgespräch: Auf das Bauchgefühl hören

Wer bereits einen guten Steuerberater im Auge hat, sollte ein Erstgespräch vereinbaren, in dem sich beide Parteien persönlich kennen lernen. Ein guter Steuerberater zeichnet sich dadurch aus, dass er sich Zeit nimmt und genau nachfragt. Auch die Einfachheit seiner Erklärungen spielen eine wichtige Rolle: Einfache Beispiele statt Fachchinesisch zeichnen einen guten Steuerberater aus. In der Regel kostet ein Erstgespräch maximal 190 Euro – die Kosten solltet ihr vorab klären.

Tipps für die Auswahl: Diese Punkte solltet ihr abfragen

Am besten macht ihr euch vor dem ersten Gespräch mit dem Steuerberater eine Liste mit Punkten, die euch wichtig sind. Darauf sollten auch gleich die Leistungen stehen, die ihr zukünftig an den Steuerberater abgegeben möchtet und welche Entwicklung ihr mit eurem Unternehmen anstrebt. Wichtige Punkte können sein:

  • Ansprechpartner:Gibt der Steuerberater Aufgaben an seine Mitarbeiter ab und wie qualifiziert ist dieser Mitarbeiter für eure Bedürfnisse?
  • Aufgabenverteilung:Um gerade am Anfang die Kosten für den Steuerberater gering zu halten, sollten sich Gründer im Vorfeld überlegen, welche Leistungen sie selbst abdecken können. Start-ups können einen Teil der Buchhaltung selbst machen und beispielsweise erst beim Jahresabschluss den Steuerberater beauftragen.
  • IT-Systeme:Start-ups arbeiten häufig mit Buchhaltungssystemen in der Cloud. Viele internetbasierte Lösungen bieten die Möglichkeit, den Steuerberater direkt ins System einzuladen und darin mitzuarbeiten. Verwendet ihr ein solches System, solltet ihr abklären, ob der Steuerberater damit umgehen kann oder ob die Daten alternativ in der Kanzlei importiert werden können.
  • Internationalisierung:Beschäftigt sich euer Start-up auch mit internationalem Steuerrecht oder ist das zukünftig geplant, solltet ihr mit dem Steuerberater abklären, ob er diesen Bereich auch abdecken kann.
  • Honorar:Ein wichtiger Punkt ist die Preistabelle. Natürlich kostet ein guter Steuerberater Geld, aber dennoch sollten die Preise nicht zu hoch angesetzt sein. In der Regel kostet eine angefangene halbe Stunde zwischen 30 und 70 Euro. Darüber hinaus kann auch eine Pauschalvergütung vereinbart werden, die allerdings schriftlich und für mindestens 12 Monate getroffen werden muss. Einen Überblick über die Vergütungsverordnung von Steuerberatern gibt es übrigens hier: https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/

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