06.04.2020

Eigenerzeugten Strom mit Nachbarn teilen – Interview mit Pionierkraft

Wer seid Ihr und was macht Ihr?
Ich heiße Nicolas Schwaab (Dipl. Betriebswirtschaft, 38 J.) und zusammen mit Andreas Eberhardt (M.Sc. Elektrotechnik, 28 J.) habe ich Pionierkraft gegründet. Das Besondere an unserem Produkt ist, dass wir mit einer neuen, innovativen Lösung aus Hardware, Software und Dienstleistung erstmals einen wirtschaftlichen, rechtssicheren und betreiberfreundlichen Peer-to-Peer Stromhandel von eigenerzeugter Energie zwischen Bürgern ermöglichen. Damit wird der Anteil der vor Ort verbrauchten Energie erhöht, mehr Menschen bekommen Zugang zu bezahlbarer, erneuerbarer Energie und bestehende, sowie neu installierte Photovoltaik‑Anlagen, werden effizienter und rentabler betrieben.
Welches Problem löst Euer Start-up?
Mein Mitgründer Andy arbeitet seit seinem 14. Lebensjahr im elterlichen Photovoltaik-Betrieb. Hier erkannte er schnell, welches Potential an ungenutzter Dachfläche leider nicht realisierbar war, weil es keine Möglichkeit gab, weder technisch noch regulatorisch, erneuerbare Energien mit anderen Haushalten in unmittelbarer Umgebung zu teilen. Als er im Rahmen seines Elektrotechnikstudiums die Chance hatte an einer Lösung zu arbeiten, erneuerbare Energien auch weniger gut situierten Menschen ohne Eigenheim und eigener Erzeugungsanlage zugänglich zu machen, war die Idee für unsere Energy-Sharing-Lösung geboren. Durch die Verbesserung der Rentabilität von dezentralen Erzeugungsanlagen sowie der innovativen und kostensparenden Art Energie zu teilen, ermöglichen wir zudem die wirtschaftliche Umsetzung von Mieterstromprojekten in kleineren Mehrfamilienhäusern und bringen somit die Energiewende in den urbanen Raum.
Was waren bislang die größten Herausforderungen für Euch?
Eine der größten Herausforderungen für uns war es, als wir nach dem Exist-Gründerstipendium „gebootstrapped“ haben bzw. uns aus eigenen Mitteln finanziert haben. Mit begrenzten Mitteln, personellen Rückschlägen und ohne finanzielle Sicherheit ein Team aufzubauen, Investitionen zu tätigen und unsere Hardware weiter zu entwickeln, war für uns beide ein großes Risiko und hat uns viele Nerven gekostet. Aus heutiger Sicht war es die richtige Entscheidung diesen steinigen Weg zu gehen und für uns eine sehr lehrreiche Zeit.
Auf welche erreichten Meilensteine seid ihr besonders stolz?
Wir sind sehr stolz auf die geplante Umsetzung des ersten Feldtests unter realen Bedingungen im Allgäu, welche in einigen Wochen stattfinden soll. Darauf haben wir lange hingearbeitet und mit einigen technischen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Dieser Meilenstein ist nicht nur für uns sehr wichtig, sondern auch ein wichtiges Zeichen für unsere Kooperationspartner und unsere vielen Produktinteressenten.
Wer oder was hat euch bisher einen echten Erfolgsschub gegeben? (Teilnahme Businessplan-Wettbewerb, Investor, Business-Angel…)
Für uns gibt es nicht diesen einen Moment, den wir hervorheben wollen. Die letzten 12 Monate waren für das Unternehmen generell sehr positiv. Zum einem wären da der erfolgreiche Abschluss der Finanzierungsrunde, Auszeichnungen bei Gründerwettbewerben oder auch der 1. Platz bei Perfect Match. Aber auch auf unser Team sind wir extrem stolz, denn nur dadurch sind wir in den letzten Monaten so deutlich vorangekommen. Von der Auszeichnung bei Science4Life erwarten wir natürlich auch Einiges.
Wo möchtet Ihr in einem Jahr sein und was wollt ihr in drei Jahren erreicht haben?
Unser Ziel ist es, in einem Jahr die ersten zahlenden Kunden zu haben. Außerdem sind wir gerade dabei unsere Lösung zu skalieren. In drei Jahren soll es unsere Lösung auch im Ausland zu kaufen geben und wir haben weitere innovative Produkte und Services entwickelt, die für unsere Kunden und die Energiewende einen relevanten Mehrwert bieten werden.
Welche drei Tipps habt ihr für andere Energie-Start-ups?
Das wichtigste meiner Meinung nach ist, dass ihr an euch und euer Produkt glaubt, bleibt authentisch und nutzt die vielfältigen Unterstützungsleistungen, die es in Deutschland für Start-ups gibt.

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Innovationen mit Umsetzungskraft – Die Gewinnerteams der Konzeptphase

04.03.2026

Die Konzeptphase des Science4Life Startup-Wettbewerbs zeigt eindrucksvoll, wie aus starken Ideen tragfähige Geschäftskonzepte werden. Insgesamt 91 Teams reichten in dieser Wettbewerbsrunde ihre Konzepte in Form eines Read Deck ein – mit dem Ziel, wissenschaftliche Exzellenz in marktfähige Innovationen zu überführen. Anfang der Woche wurden die besten Geschäftskonzepte aus Life Sciences, Chemie und Energie ausgezeichnet. Besonders deutlich wurde: Die Teams denken regulatorische Anforderungen, Skalierbarkeit und Patientenversorgung von Anfang an mit. Ob Genomeditierung, personalisierte Atemwegstherapie, tierfreie Sicherheitsprüfungen, innovative Antiinfektiva oder stabile RNA-Arzneimittel – die ausgezeichneten Start-ups adressieren zentrale Herausforderungen moderner Medizin und nachhaltiger Energieversorgung mit klarer Umsetzungsstrategie. Intensives Feintuning bei den Academy-Days Vor der Prämierung nahmen die zehn besten Teams der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup an den zweitägigen Academy-Days teil. In individuellen Coachings und Workshops arbeiteten sie gemeinsam mit erfahrenen Experten gezielt an der Weiterentwicklung ihrer Geschäftskonzepte. Themen wie Finanzierung, Marktstrategie, regulatorische Anforderungen und Skalierung standen dabei im Fokus. Im Anschluss ging es für die Teams zur Konzeptprämierung. Hier erhielten sie bei einem Vortrag des Science4Life Alumni Montgomery Wagner, Co-Founder und Chief Operating Officer, Einblicke in die Gründungsgeschichte seines Start-ups revoltech, das mittlerweile auf große Erfolge zurückblicken kann. Der geschäftsführende Vorstand des Science4Life e.V. , Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer HA Hessen Agentur GmbH und der Hessen Trade & Invest GmbH, und Dr. Stefan Bartoschek, R&D Workforce Engagement Business Partner bei Sanofi in Deutschland, betonten die Innovationskraft der Teilnehmerteams und anschließend wurden die fünf Gewinnerteams aus den Bereichen Life Sciences und Chemie sowie das Gewinnerteam des Science4Life Energy Award bekannt gegeben: Die Gewinner des Science4Life Venture Cup BiObservR entwickelt die erste wissenschaftlich validierte One-Stop-Shop-Plattform für regulatorisch konforme Risikoanalysen in der Genomeditierung. Damit will das Team aus Freiburg i. Br. der steigenden Nachfrage nach validierten Off-Target-Analysen sowie den strengeren Anforderungen der Regulierungsbehörden gerecht werden. Solche Analysen sind eine essentielle Voraussetzung für die Translation neuer, auf Genomeditierung basierender Zell- und Gentherapien. Die Idee entstand aus der Forschung an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den patentierten Verfahren CAST-Seq (in-cellula) zur Beurteilung von gewünschten (On-Target-) und unerwünschten (Off-Target-) Effekten von Genscheren. Das Münchner Start-up CAELIA Health transformiert die respiratorische Medizin. Das Team macht Inhalation erstmals mit jedem Atemzug messbar und kann diese dadurch personalisiert und datenbasiert optimieren. Das ermöglicht Millionen von Patient:innen mit Asthma oder COPD ein Leben frei von Symptomen. Hinter CAELIA Health steht ein intelligentes Spacer-System, das Sensorik, App und Analyse zu einem kontinuierlichen Therapie-Feedback verbindet. InnoZell aus Konstanz bietet ein zellbasiertes Frühwarnsystem an, das – wie der menschliche Körper – Spuren von fremden Stoffen, z.B. Bakterien, extrem verlässlich erkennt. Mit diesem Bio-Detektor können Medikamente und Medizinprodukte schnell, kostengünstig und vollständig ohne Tierversuche auf Kontaminationen getestet und überwacht werden. Das Braunschweiger Team von PROTON entwickelt einen neuen Wirkstoff, mit dem sich Staphylococcus aureus-Infektionen gezielt behandeln oder verhindern lassen. Das Risiko einer Resistenzentwicklung ist dabei gegenüber herkömmlichen Antibiotika deutlich reduziert. Schwere COPD-Patientinnen und -Patienten brauchen Therapien, die die Lunge effizient erreichen und im Alltag funktionieren. RNhale aus Planegg entwickelt inhalierbare RNA-Arzneimittel und macht RNA als stabiles Trockenpulver verfügbar. Es kann bei Raumtemperatur gelagert und skalierbar hergestellt werden. So entfallen Kühlketten- und Handhabungshürden, und innovative Therapien kommen schneller zu den Patienten. Der Gewinner des Science4Life Energy Award Mit dem Science4Life Energy Award wird das beste Geschäftskonzept aus der Energiebranche ausgezeichnet. In dieser Runde überzeugte heatbrAIn aus Bergisch Gladbach. Das Start-up ist eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und basiert auf Forschung zu Wärmebedarfsanalysen von Gebäuden. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und präzisen Datenmodellen analysiert das Team, wo und wie viel Wärme heute und künftig benötigt wird. Damit schafft heatbrAIn eine fundierte Datengrundlage für die Planung neuer Wärmeversorgungslösungen und treibt die Energiewende datenbasiert voran. Jetzt startet die Businessplanphase Ab sofort geht der Science4Life Venture Cup und der Science4Life Energy Award in die finale Phase: die Businessplanphase. Start-ups aus Life Sciences, Chemie und Energie können sich unter www.science4life.de registrieren und ihre Businesspläne bis zum 13. April 2026 einreichen – auch wenn sie zuvor nicht an den früheren Wettbewerbsphasen teilgenommen haben. Science4Life freut sich auf innovative Businesspläne und die nächste Generation wissenschaftsbasierter Start-ups.

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