Interview mit Stefanie Brandl, Gründerin der CellUnite GmbH

7. Oktober 2020

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In drei Sätzen: Was ist das Besondere an euch und Eurer Geschäftsidee?

CellUnite entwickelt den ersten automatisierten Zellextraktor weltweit, der eine Personalisierung und Skalierung von Stammzelltherapie ermöglicht. Damit kann die Therapielücke  von Arthrose, der häufigsten Gelenkerkrankung weltweit, geschlossen werden. Im Team haben wir einen Stammzellpionier, der als einer der ersten Orthopäden Stammzelltherapie in Deutschland angeboten hat, einen Ingenieur, der seit 10 Jahren frühphasige Produktentwicklungen macht und eine Finanzexpertin mit 7 Jahren Startup- und Investmenterfahrung.

Nach dem morgendlichen Kaffee, wie sieht momentan der Arbeitsalltag in Eurem Start-up aus?

Momentan findet ein großer Teil der Arbeit am Telefon und Laptop statt, wo wir uns mit Finanzplanung, Marketingstrategie, Partnerauswahl und vielem mehr beschäftigen. Darüber hinaus liegt der Fokus aktuell auf Investorengesprächen und Besuchen von potenziellen Produktentwicklungspartner. Unser Ingenieur ist darüber hinaus mit der Optimierung unseres Extraktionsprozesses beschäftigt, unser Mediziner mit dem Ausbau unseres potenziellen Kundennetzwerks.

Worauf legt ihr als Team besonderen Wert und welche Rolle spielt für euch die Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt?

Für uns ist es wichtig, dass Stammzelltherapie für Jedermann zugänglich wird und nicht nur für Wohlhabende in einzelnen Städten. Wir möchten Fortschritt in die Orthopädie bringen und unseren Beitrag mit regenerativer Medizin für die Gesellschaft leisten.

Viele Start-ups leiden unter den Folgen der aktuellen Corona-Krise. Welche Auswirkung hat/hatte die Krise auf euch und wie motiviert ihr euch optimistisch zu bleiben?

Bei uns wurde durch die Corona Krise die Finanzierungsrunde verzögert. Jedoch ergeben sich auch Vorteile, unter anderem durch die vielen Kongresse, die jetzt online stattfinden. Wir sind optimistisch, da unser Produkt unabhängig von der Corona-Krise auch weiterhin benötigt wird, denn die Bevölkerung wird immer älter und die Zahlen der Betroffenen mit Arthrose steigt stark an.

Was macht ihr, um Euren Bekanntheitsgrad weiter auszubauen?

Wir werden nach Abschluss der Produktentwicklung mit einem renommierten Distributor aus dem Orthopädiebereich zusammenarbeiten und zusätzlich Vorträge auf Kongressen halten, Schulungen durchführen, Artikel in Fachzeitschriften veröffentlichen sowie Flyer in Arztpraxen auslegen.

Wie habt ihr von Science4Life erfahren und was hat euch schließlich überzeugt am Businessplan-Wettbewerb teilzunehmen?

Wir haben über ein befreundetes Startup von dem Wettbewerb erfahren. Spannend am Science4Life Businessplanwettbewerb finden wir, dass man selbst beim Schreiben des Businessplans sein Projekt aus anderen Perspektiven betrachten und so neue Fragestellungen beantworten kann. Insbesondere der Fokus auf Medizintechnik und Life Science hat uns gefallen, da man so mit seinesgleichen verglichen wird und nicht verschiedenste Branchen gegeneinander antreten, die eigentlich nicht vergleichbar sind. Es ist darüber hinaus spannend, den Wettbewerb als Marketinginstrument zu nutzen und von Experten aus der Branche wertvolles Feedback zu erhalten.

Wie habt ihr die Konkurrenz untereinander wahrgenommen?

Konkurrenz untereinander haben wir gar keine verspürt.

Wie habt ihr reagiert, als ihr von eurem Sieg erfahren habt und wie habt ihr ihn gefeiert?

Wir haben uns sehr gefreut und unseren Freunden und Investoren davon berichtet. Das Siegersiegel ist nun in unserem Pitch Deck verewigt.

Was wird Eure größte Herausforderung im nächsten Jahr sein? Habt ihr schon einen Ansatz, diese zu lösen?

Die größte Herausforderung im nächsten Jahr wird sein, in diesen unsicheren Zeiten, in denen viele abwartend und vorsichtig reagieren, genug Geld für die kostenintensive Medizingeräteentwicklung einzusammeln. Dafür sind wir bereits jetzt mit zahlreichen Investoren in Kontakt. Einige begleiten uns bereits seit über einem Jahr.

Was ist Euer Erfolgsgeheimnis und welche drei Tipps könnt ihr anderen Gründern und Jungunternehmern ans Herz legen?

Das Geheimnis zum Erfolg ist Durchhaltevermögen, offene Kommunikation im Team, die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen und die Bereitschaft, sein Geschäftsmodell immer wieder zu überdenken und anzupassen.

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