Das perfekte Read-Deck für Start-ups: So strukturierst Du Deinen Business Pitch

21. Dezember 2020

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Das Pitch-Deck ist vielen Start-ups ein Begriff. Darunter versteht man die Präsentation der Geschäftsidee, am besten in eine gute Story verpackt. Denn das Pitch-Deck ist für die Präsentation vor einem Publikum gedacht. Das Read-Deck hingegen muss etwas anders gestaltet sein, denn es wird nicht präsentiert, sondern gelesen. Darum ist es umso wichtiger, dass die Struktur und Inhalte auf den Leser zugeschnitten sind. Je besser Dein Read-Deck gestaltet ist, desto leichter lässt es sich auch im Nachgang in ein Pitch-Deck übertragen.

Was ist ein Read-Deck?

Ein Read-Deck umfasst alle Inhalte eines Businessplans und wird Investoren, Jury-Mitgliedern bei Wettbewerben oder auch dem Bankberater vorgelegt. Darum ist es besonders wichtig, dass alle relevanten Informationen so dargestellt werden, dass sie sich beim Lesen selbst erklären. Die Erstellung eines Read-Decks dauert meist genauso lang wie die eines klassischen Businessplans und umfasst etwa 30 bis 40 Folien. 

Struktur des Read-Decks: Von der Summary bis zur Abschlussfolie

Unsere Experten haben schon sehr viele Businesspläne, Pitch-Decks und Read-Decks gesehen. Es gibt eine bestimmte Struktur, die die besten Unterlagen alle gemeinsam haben und die wir Dir hier vorstellen möchten. Sie hilft Dir bei der Erstellung und sorgt dafür, dass Du alle wichtigen Punkte integrierst, die für die Bewertung des Geschäftsvorhabens relevant sind:

  • Summary: Kurze Zusammenfassung der nachfolgenden Folien auf etwa 1 bis 2 Seiten.
  • Problemstellung und Geschäftsidee: Die besten Geschäftsideen lösen ein konkretes Problem. Starte am besten damit und erkläre die Ausgangssituation und den Status Quo. Davon leistest Du die Geschäftsidee ab und stellst den Kundennutzen heraus. Dieser Part nimmt in der Regel 5 bis 10 Seiten ein.
  • Geschäftsmodell: Das Geschäftsmodell ist zwar auf 2 bis 3 Seiten erklärt. Aber es ist eines der wichtigsten Punkte im Read-Deck. Denn es geht darum, wie Du Geld verdienst und ob das Start-up im Markt eine Chance hat. Darum solltest Du das Erlösmodell, die Wertschöpfungskette, die wichtigsten Geschäftspartner und – falls vorhanden – den Proof of Concept darstellen.
  • Unternehmerteam: Für Investoren ist dieser Teil mindestens genauso wichtig wie das Geschäftsmodell. Darum erkläre hier, wer zum Team gehört und wer welche Erfahrung, Expertise und Ausbildung mitbringt. Hier kannst Du auch schon kurz erläutern, welche Positionen Du als erstes besetzen wirst. Investoren schätzen eine Gap-Analyse der Skills und Fähigkeiten des Teams. Plane dafür 2 bis 3 Folien ein.

  • Marktanalyse: Wie sieht der Markt aktuell aus? Bei der Analyse ist es wichtig, eine reflektierte Einschätzung zum Markt zu geben – Stichwort Marktdefinition und -segmentierung. Am besten stellst Du grafisch das Marktvolumen, Trends und Preisentwicklung dar. Du solltest auch einen Blick auf die Konkurrenz werfen und Dein Standing in einer Positionierungsmatrix einordnen. Die Analyse kann zwischen 3 und 5 Folien in Anspruch nehmen.
  • Marketing: Dieser Punkt dreht sich um den Vertrieb des Produkts. Auf etwa 2 Seiten solltest Du Deine Verkaufs- und Marketingstrategie darstellen. Halte Dich dafür am besten an den Marketingmix mit den 4P: Product, Price, Promotion und Placement:

4P-Marketingmix

  • Markteintrittsbarrieren: Insbesondere für Unternehmen in den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie sind Patente eine wichtige Komponente, um sich vor vergleichbaren Produkten und Nachahmern zu schützen. Wenn ein Patent nicht für Dein Start-up in Frage kommt, dann solltest Du klar darstellen, wie sich Dein Unternehmen von der Konkurrenz abgrenzt und mit welcher IP-Strategie Du in den Markt eintreten möchtest.
  • Organisation: Wie strukturierst Du Dein Unternehmen? Erkläre auf etwa 2 Seiten, wie  die Arbeitsaufteilung, Verantwortlichkeiten, Personalplanung, Führung und Unternehmenskultur geplant sind. Stichwort: Organigramm!
  • Finanzplanung: Plane den Umsatz und Cashflow für die nächsten 5 Jahre und stelle das am besten als Diagramm und als detaillierte Tabelle vor. Hier gehört natürlich auch der Kapitalbedarf und eine Exit-Strategie dazu. Plane dafür 2 bis 3 Seiten ein.
  • Realisierung: Planen ist nicht einfach. Trotzdem ist es wichtig, einen Fahrplan mit Meilensteinen zu haben und das Ganze in eine Timeline zu setzen. Achte darauf, auch Risiken und Verzögerungen einzuplanen. Den Realisierungsplan stellst Du am besten mit einem Gantt-Diagramm dar:

Gantt-Diagramm

  • Chancen und Risiken: Die SWOT-Analyse ist eine Aufstellung von Stärken und Schwächen innerhalb des Unternehmens sowie Chancen und Risiken, die sich stärker auf äußere Einflüsse beziehen. Im Anschluss an die analysierten Punkte solltest Du darauf eingehen, wie Du mit den Schwächen und Risiken umgehst und diese minimierst. Erkläre auch, wie Du Stärken und Chancen nutzen wirst. 
  • Abschlussfolie und Kontaktdaten: Das erklärt sich von selbst. Natürlich solltest Du am Ende die Kontaktdaten einbinden. Am besten stellst Du einen Hauptansprechpartner vor.

Vorlage: Der Leitfaden zur Erstellung eines professionellen Read-Decks

Wir haben einen Leitfaden erstellt, in dem wir die Struktur, Hinweise und Beispiele zur Erstellung eines Read-Decks geben. Du kannst ihn hier herunterladen: https://science4life.de/wp-content/uploads/2020/12/ReadDeck2021-1.pdf

 

 

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