3D-Hirn-Organoide für die Forschung: Interview mit Organo Therapeutics

2. April 2020

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Konzeptphase
Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Mein Name ist Jens Schwamborn und gemeinsam mit Javier Jarazo habe ich OrganoTherapeutics (OT) gegründet, als Spin-off der University of Luxembourg / Luxembourg Centre for Systems Biomedicine. Wir verwenden Stammzellen von Parkinson Patienten, um daraus 3D Hirn-Organoide (Mini-Brains), spezifisch für das Mittelhirn, herzustellen. Diese Organoide setzen wir ein und entwickeln neue potentielle Medikamente gegen Parkinson. Das machen wir mit eigenen Wirkstoffen, aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Biotech- und Pharma Unternehmen.

Welches Problem löst Euer Start-up?

Bisher gibt es gegen Parkinson nur symptomatische Therapien. Wir wollen Therapien entwickeln die neuroprotektiv sind und damit an der Ursache der Erkrankung, dem Verlust von Nervenzellen, ansetzen. So soll das Fortschreiten der Erkankung verlangsamt werden. Da sich neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson in einer immer weiter alternden Gesellschaft häufen, möchten wir die pharmazeutische Industrie bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen diese Erkrankung unterstützen. Die Erfolgsquote von klinischen Studien im Neuro-Bereich ist erschreckend niedrig. Wir wollen, durch die Verwendung unseres neuartigen pre-klinischen Models, dazu beitragen, dass sich diese Quote verbessert.

Was waren bislang die größten Herausforderungen für Euch?

In unserem frühen Stadium ist ganz klar die Finanzierung eine große Herausforderung. Bisher finanzieren wir uns komplett durch Förderprogramme und laufende Projekte.

Auf welche erreichten Meilensteine seid ihr besonders stolz?

Wir sind sehr stolz darauf überhaupt den Schritt zur Gründung geschafft zu haben. Weitere wichtige Meilensteine waren die Akquise eines ersten Kunden/Projektpartners, sowie natürlich die erfolgreiche Teilnahme an der Konzeptphase des Science4Life Venture Cups.

Wer oder was hat euch bisher einen echten Erfolgsschub gegeben? (Teilnahme Businessplan-Wettbewerb, Investor, Business-Angel…)

Eine gute Frage. Zu unserem bisherigen Erfolg haben viele einzelne Mosaiksteine beigetragen. Die Aufnahme in den Inkubator an der Uni Luxembourg war ein großer Erfolg für uns. Aber auch die vielen Gespräche mit potentiellen Kunden und Kollaborationspartnern waren natürlich enorm wichtig. Außerdem ist noch der erste erfolgreiche Forschungsantrag hervorzuheben.

Wo möchtet Ihr in einem Jahr sein und was wollt ihr in drei Jahren erreicht haben?

In einem Jahr hätten wir sehr gerne eine stabile Finanzierung für die nächsten drei Jahre auf die Beine gestellt. Außerdem hätten wir dann gerne ein erstes Projekt mit einem größeren Pharma-Partner abgeschlossen. Erste Verhandlungen finden diesbezüglich bereits statt. In drei Jahren ist es unser Ziel, das erste eigene Molekül soweit pre-klinisch getestet und validiert zu haben – sodass es nicht mehr weit zur klinischen Phase 1 Studie ist.

Welche drei Tipps habt ihr für andere Life-Sciences-Start-ups ?

Wir möchten anderen Start-ups gerne diese drei Tipps mit auf den Weg geben:
1. Viel probieren und keine Angst vor Fehlern haben.
2. Coaching und Mentoring nutzen.
3. Immer zuversichtlich sein.

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